Burghof

Burg Mellnau – früher und heute

Burg Mellnau Luftaufnahme

Die Burg – wildromantisches Gemäuer, anziehender Trümmerhaufen, Kleinod am Burgwaldrand oder trutzige Feste… Eins ist sicher: Die das Dörfchen Mellnau überragende, weitgehend naturbelassene Burgruine ist wegen ihrer markanten Lage und mit ihrem mächtigen freistehenden Bergfried das Wahrzeichen – und immer einen Besuch wert. Seit mehr als 750 Jahren bietet die Burg einen hervorragenden Ausblick über das umliegende Gebiet. Der Blick über das Wetschafts- und Lahntal sowie bis hin zur Amöneburg diente zur Zeit ihrer Erbauung der Kontrolle der Fernhandelsstraßen und Sicherung des erzbischöflichen Besitzes in unserer Region. Heute bietet der renovierte und besteigbar gemachte Burgturm eine wunderschöne Aussicht bis weit über das Marburger Land in den Taunus und den Vogelsberg.

 

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Die Burg früher:

 

Im Sommer sind wir als Kinder, das war Mitte der 20er Jahre, oben auf der Burg herumgesprungen, haben dort gespielt… Ich kann mich an den Gemüsegarten in der Burg erinnern. Das war ein Nutzgarten, der besonders nach dem Krieg sehr hilfreich für die Selbstversorgung im Dorf war. Diesen Garten hatten die Scherers gepachtet, die deshalb auch den Schlüssel aufbewahrten… vorne war ein Tor, das so nicht mehr existiert und das war immer abgeschlossen. Wenn eine Schulklasse rein wollte, dann holte die sich den Schlüssel bei Herrn Scherer. Er ging dann immer mit rein, damit die Kinder ihm nicht die Beete kaputt machten. In diesem Gärtchen standen Pflaumenbäume, Sauerkirsch-  und Apfelbäume und er zog dort Möhren, Erbsen und anderes Gemüse„. (Elfriede Schumacher †)

Betrachtet man die Fotos, insbesondere den Turm genauer, fragt man sich, wie der Bergfried in diesem Zustand seine Jahre überhaupt überdauert hat. Nicht wenige der fehlenden Bruchsteine findet man noch heute in den Grundmauern einiger Mellnauer Häuser. In den 30er Jahren wurde der Turm durch eine Renovierung, ausgeführt durch die Fa. Bieker, vor dem völligen Verfall bewahrt. Die dazu benötigten Steine wurden unterhalb des Westtores gebrochen. Hermann Hahn sagte dazu: „Durch den Wuchs des Gesteins war es nur auf der Westseite möglich, die Steine zu brechen. Als Kinder haben wir uns in den dadurch entstandenen Höhlen vor dem Regen geschützt. Am Westtor gab es nur eine Steintreppe. Der noch heute bestehende Aufgang wurde 1962 im Zuge der 700 Jahr-Feier aufgeschüttet.“
Quellen:

  • Bildarchiv Foto Marburg
  • Burgbuch: Einblicke und Ausblicke MeGA 2008

Beschreibung der Postkarte: Die Aufnahme von G. Textor, etwa 1915 regelmäßig grasende Schafe sorgten dafür, dass der Burgberg völlig unbewachsen war. In der Bildmitte erkennt man den alten Steinbruch. Den Sportplatz gab es noch nicht. An dessen Stelle befand sich der „Schindacker“, ein Tierfriedhof für nicht verwertbare Kadaver. Auffallend sind die Strohgarben (Häecheln) im Vordergrund. Beliebter Tummelplatz zum Versteckspielen für die Mellnauer Kinder.

Eine Dorfchronik haben wir für Sie auf www.mellnau.de bereitgestellt.