Das Mellnauer Backhaus

Obwohl das Foto mit Katharina Heldmann und Tochter Hilde nicht am Mellnauer Backhaus aufgenommen wurde, steht es wie kein zweites für die Brotbackkultur im Ort. Auf zahllosen Werbeschildern vergangener Backhausfeste oder auch auf dem Plakat für das Mellnauer Dorftheater in 1984 lächeln uns die beiden entgegen. So wird auch das neue QR Schild das Konterfei der Beiden prägen und von der Geschichte der Mellnauer Backhäuser erzählen. In Mellnau gab es drei öffentliche Backhäuser Das Älteste stand an der Kreuzung „Alte Höhle / Ecke Burgstraße“. Das Erbauungsjahr lässt sich nicht mehr genau feststellen (vgl. Kinstle, Theo, Mellnauer Heimatgeschichte, 1982,S. 126). Es muss in der Zeit nach 1855 erbaut worden sein. 1889 ist eine Reparatur urkundlich erwähnt. Das Backhaus war aus Bruchsteinen und Fachwerk gebaut. Nach Aussage der Anwesenden soll es den besten Ofen gehabt haben. Mitte der sechziger Jahre hat man es abgerissen. Das zweite Backhaus an der Schule steht noch, aber der Ofen ist nicht mehr zu vorhanden. Es wurde Anfang der 1960iger Jahre gründlich renoviert, die Backtätigkeit jedoch in den 1980igern eingestellt. Die Wohnung im Obergeschoß beherbergte zeitweilig eine Raiffeisenbankfiliale, später diente sie als Jugendtreff der Kirchengemeinde. Heute befindet sich das Mellnauer Gemeindearchiv in den Räumlichkeiten. Das jüngste Backhaus steht im Unterdorf Es wurde erst 1948 erbaut um den Bewohnern die weiten Wege bis zur Schule zu ersparen. Bis dahin wurden auch wurden private Backöfen bei Weides, Feisels und bei Krebs benutzt. Im Obergeschoß erhielt das Backhaus eine Wohnung, die ab 1949 bis Anfang der 60igerer Jahre für Flüchtlinge zur Verfügung stand. Seit den 70iger- Jahren ist der Jugendclub in den Räumen zuhause. Der Backofen wird heute noch dank einer umfassenden Sanierung aktiv genutzt. Einmal im Monat wird angeheizt und nicht wenige Mellnauer freuen sich kurz danach auf ein frisches Holzofenbrot.

Wie wird Brot gebacken? Wie das alles funktioniert und was es sonst noch über die Mellnauer Backgeschichte zu erzählen gibt, wird sich hinter dem neuen QR Code verbergen, den wir über die Wintermonate am Backhaus installieren möchten. Darüber hinaus wird man auch „Neues aus dem Jugendclub“ erfahren, eine Rublik, die wir im Mellnauer Kuckuck schon seit vielen Jahren verfolgen. Speziell dazu planen wir in Kürze eine Gesprächsrunde mit den Gründern des Jugendclubs. Im Archiv lagert hierzu jede Menge Material, das momentan aufgearbeitet wird.

Wer sonst noch Geschichten rund um das Backhaus zu erzählen weiß, darf uns gerne kontaktieren. Sprecht uns an oder schreibt an info@mellnauerkuckuck.de. Wir freuen uns über jeden Beitrag. A.Völk